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Der Quadruple-Aim-Ansatz: Organisationsmodell in der ambulanten Primärversorgung

Business

1 Juni 2022 - 6 Minuten lesen

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Andrew Smith Director of Healthcare Services at Objectivity 
Andrew begann seine Karriere im Financial Management Training Scheme des NHS an den Royal Liverpool und Broadgreen Universitäts Krankenhäusern. Später verbrachte er 10 Jahre im Gesundheitsministerium, wo er mehrere Programme für Großbritannien leitete und an der Schnittstelle des NHS und des kommerziellen Sektors arbeitete.
In den letzten Jahren hat sich Andrew auf Bevölkerungsgesundheitsprojekte konzentriert und Regierungen in der EU und im Nahen Osten beraten, sowie Gesundheitstechnologieunternehmen in Großbritannien unterstützt.
Privat genießt Andrew es, mit seinen Zwillingen zu laufen und zusammen mit seiner Frau unterstützt er die Ambitionen seiner Tochter in der Rhythmischen Gymnastik.
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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist das Quadruple-Aim?
  2. Anwendung des Quadruple-Aim-Ansatzes zur Erfolgsförderung
  3. Zusammenfassung

Bei Objectivity folgen wir bei unserer täglichen Arbeit einer Reihe von Grundwerten. Wir haben das Privileg mit großartigen, innovativen Kunden zusammenarbeiten zu können, die unsere Werte teilen und danach streben Gutes zu tun. Natürlich müssen wir Ergebnisse liefern – daher ist es enorm wichtig, nicht nur Werte mit unseren Kunden zu teilen, sondern sicherzustellen, dass wir effizient kommunizieren und uns auf gemeinsame Ziele einigen. Es ist nur fair zu sagen, dass (in anderen Fällen) einige Technologielösungen Aufmerksamkeit erregt haben, da diese, ohne das Problem auf Systemebene vollständig zu verstehen, implementiert wurden.

Der Quadruple-Aim-Ansatz ist für uns bei Objectivity eine wichtige Inspirationsquelle bei der Zusammenarbeit mit unseren Kunden aus dem Gesundheitswesen. Ob ein Kunde uns bittet, für das Gesundheitswesen eine Softwarelösung zu entwickeln, um die Effizienz zu verbessern oder eine Anwendung, um Patienten, die zu Hause versorgt werden besser zu unterstützen - wir sind bereit und in der Lage zu helfen. Bei Objectivity möchten wir jedoch, dass das Projekt nicht nur erfolgreich durchgeführt wird, sondern auch einen Mehrwert bietet.

Wir haben die Struktur bei Objectivity so eingerichtet, dass wir verschiedene Geschäftsbereiche und Branchen effizienter bedienen können. Diese Struktur stellt sicher, dass wir Expertenwissen in unsere Projekte einbringen und kontinuierlich lernen, wieviel wir im Kontext des Projekts selbst beitragen. Während unserer Beratungs-Phase (siehe Diagramm unten) stellen wir einiges an Fragen. „Was möchten Sie erreichen? Welchen Mehrwert wird es Ihrem Unternehmen bringen? Was erwarten Ihre Endbenutzer?“

Product lifecycle stages

Abbildung 1: Product Lifecycle Stages

Die Messung des Mehrwerts ist jedoch notorisch subjektiv. Ein Finanzdirektor könnte den Wert in Bezug auf Einsparungen oder gesteigerte Effizienz beschreiben, ein Betriebsleiter könnte den Wert als das Erzielen von Ergebnissen sehen und ein Customer Service Direktor wird die Patienten- und Kundenzufriedenheit werten. Und der CEO verlangt möglicherweise, dass alle drei Ziele erreicht werden. Schließlich wählen Patienten bzw. Kunden einen anderen Anbieter, wenn ihre Erfahrung schlecht ist. Die Rentabilität leidet, wenn die Kosten die Einnahmen übersteigen und, wenn die Ergebnisse der Dienstleistung nicht das liefern, was sie versprochen haben, wird der Ruf des Unternehmens geschädigt.

 

Abbildung 2: Das Triple-Aim für das Gesundheitswesen von Don Berwick

Daher ist es in diesem Zusammenhang nicht verwunderlich, dass die Wirkung von Don Berwick´s präzise beschriebenem Triple-Aim der Gesundheitsversorgung so stark war. Es wurde erstmals vom Institute of Healthcare Improvement (dessen Gründer und CEO Don war) eingeführt und 2008 in Health Affairs veröffentlicht. Das Triple-Aim wurde ursprünglich wie folgt beschrieben:

  • Verbesserung der Zufriedenheit der Patienten
  • Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung
  • Senkung der Pro-Kopf-Gesundheitskosten

Obwohl das Triple-Aim mit Blick auf die Bevölkerung entwickelt wurde, bin ich persönlich der Meinung, dass die Wichtigkeit der Gesundheit durch das gesamte System dringen sollte. Hier wird der Erfolg im Ganzen bestimmt – Gemeinschaft, Bildung, Wohnen, Verwaltung und natürlich das Gesundheitswesen.

Was ist das Quadruple-Aim?

Einfach ausgedrückt motiviert das Quadruple-Aim uns dazu sich folgende Fragen zu stellen:

  • „Verbessert sich die Gesundheit der Bevölkerung?“
  • „Wie bewerten Patienten Ihre Erfahrung in der Versorgung?“
  • „Versorgen wir Patienten effizient oder auf eine Weise, welche die Gesamtkosten reduziert bzw. das Preis-Leistungs-Verhältnis erhöht?“
  • „Fühlt sich das Gesundheitspersonal durch die getätigte Arbeit erfüllt und zufrieden?“

Das Quadruple-Aim ist die natürliche Weiterentwicklung des Vorgängers. Es begann als Mittel zur Optimierung der Leistung von Gesundheitssystemen und schlug vor, dass Gesundheits-Organisationen drei Hauptziele verfolgen sollten: die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung, die Verbesserung der Pflegeerfahrung der Patienten und Senkung der Gesamtkosten im Gesundheitswesen. Ein viertes Ziel (die Freude an der Arbeit) wurde 2014 hinzugefügt – vielleicht als Reaktion auf die besorgniserregenden Zahlen aus Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit.

Die Einführung einer vierten Säule – „Freude an der Arbeit“, oft gemessen an der Zufriedenheit der Mitarbeiter – ist eine wirklich wichtige Ergänzung. Die letzten Jahre, während der Pandemie haben gezeigt, dass das Gesundheitssystem Schwierigkeiten hatte, selbst dann, wenn Geld geflossen ist und trotz des beispiellosen Engagements des Personals. Menschen können nun mal nur eine begrenzte Leistung erbringen.

Die Pandemie veranlasste viele Organisationen, sich hilferingend an Innovationen zu wenden. Die vielleicht größte Veränderung war die schnelle und weit verbreitete Einführung von Technologien, die neue Arbeitsweisen (z. B. Videosprechstunde) ermöglichten. Obwohl Organisationen ihre Effizienz verbesserten und neue Arbeitsweisen einführten, mussten die Mitarbeiter lernen, sich an diese anzupassen. Das Gesundheitswesen ist ein Sektor, der stark von der Fürsorge, Aufmerksamkeit und den Fähigkeiten der Mitarbeiter abhängt. Zu Recht sollten wir daher die Mitarbeitererfahrung in die Wertmessung einbeziehen.

Digital technologies

Abbildung 3: Digitale Technologien im Gesundheitswesen als Antwort auf COVID-19 

Allerdings sollten wir unserem Denken einem stetigen Refresh unterziehen. Wir bei Objectivity sind stolz darauf, unseren Expertenbeirat für das Gesundheitswesen hinzuziehen zu können. Ein vierteljährliches Treffen wird abgehalten, um aufkommende Trends und Ideen im Gesundheits- und Pflegesektor zu diskutieren. Bei unserem letzten Treffen im Alder Hey Innovation Centre haben wir uns darauf konzentriert, wie wir Ungleichheiten innerhalb unserer Arbeit angehen und reduzieren können – sei es digitale Ausgrenzung, Zugang zu Dienstleistungen aufgrund von Entfernung oder sozioökonomische Faktoren. Vielleicht sollten wir also erwägen ein „fünftes Element“ hinzuzufügen: Gerechtigkeit? Außerdem, wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus? Bei Objectivity werden wir sicherlich versuchen, diese wichtigen Erfolgskennzahlen und Mehrwerte in unser Toolkit aufzunehmen.

Anwendung des Quadruple-Aim-Ansatzes zur Erfolgsförderung

Ich wurde zum ersten Mal mit dem Triple / Quadruple-Aim vertraut gemacht, als ich 2013 die Gesundes Kinzigtal GmbH im Südwesten Deutschlands besuchte. Dieses Unternehmen bietet ein großartiges Beispiel zur Verbesserung der Gesundheit ihres Versorgungsgebietes. Versicherer und Gesundheitsdienstleister arbeiten gemeinsam über eine Verwaltungsgesellschaft (OptiMedis AG), um ein verbessertes Versorgungssystem zu entwickeln.

Die Gesunde Kinzigtal GmbH ist für die Organisation der Pflege und Verbesserung der Gesundheit von fast der Hälfte der 71.000 Einwohner des Kinzigtals zuständig. Ihre Ergebnisse sind fantastisch: verbesserte allgemeine Gesundheitsergebnisse, weniger Notaufnahmen als in anderen Gebieten, höhere Patientenzufriedenheit und finanzielle Einsparungen von 17 % im Vergleich zu anderen Dienstleistern. Mehr darüber können Sie auch auf DE.Digital lesen.

Was mir bei der Zusammenarbeit mit den Kollegen von der OptiMedis AG im Kinzigtal auffiel, war die Transparenz und gemeinsame Verantwortung für die gewünschten Ziele. Für mich, als ehemaliger Buchhalter des staatlichen Gesundheitssystems in Großbritannien und Nordirland (NHS), und nachdem ich 12 Jahre lang im britischen Gesundheitsministerium gearbeitet hatte, war dies ein erfrischender Ansatz.

Foto: Diskussion des Expertenbeirats - Healthcare

Der Quadruple-Aim-Ansatz ermöglicht eine Struktur und gemeinsame Nutzung von Zielen, Metriken und Anreizen. Wenn angewendet, braucht die Finanzabteilung sich nicht ausschließlich um die Finanzen kümmern, oder ein Betriebsleiter sich nur auf den Betrieb konzentrieren. Jedes Element ist wichtig und vor allem interoperabel - alle Elemente sind voneinander abhängig.

Im Kinzigtal wurde ein gemeinsam entwickeltes Arbeitsprogramm festgelegt. Es beschreibt, wie diese Ziele erreicht werden können und stellt sicher, dass das Quadruple Aim ihr gesamtes System durchdrang – der Erfolg des einen unterstützte den Erfolg der anderen. Ähnlich wie bei einer Hängebrücke, bei der alle Teile zusammenarbeiten. Einige Teile in horizontaler Spannung und andere in vertikaler Kompression, ist es das Gleichgewicht aller, das das Ganze trägt. Dennoch ist die Brücke flexibel genug, um äußeren Belastungen standzuhalten z. B. wechselnde Belastungen und starke Seitenwinde im Fall einer Hängebrücke oder vielleicht eine Pandemie im Fall von Gesundheitssystemen. Wie wir bereits gesehen haben, könnte der CEO verlangen, dass alle Elemente vorhanden sind und berücksichtigt werden: Patientenerfahrung, Ergebnisse, Preis-Leistungs-Verhältnis und Mitarbeiterzufriedenheit. Wenn jeder dieser Aspekte reibungslos funktioniert, bringt dies Harmonie und einen Gesamterfolg.

Bei Objectivity verwenden wir eine Matrix, um die Werteziele des Kunden anhand jeder Säule des Quadruple Aims zu messen. Außerdem identifizieren wir Indikatoren, die zeigen, ob oder wie gut diese Ziele erreicht werden.

Abbildung 4: Das Quadruple-Aim der Gesundheitsbranche

Abbildung 5: Unser Prozess für den Einsatz des Quadruple Aim in unsere Healthcare-Projekte

Zusammenfassung

Am Anfang des Artikels haben wir erwähnt, dass wir immer sehr darauf bedacht sind, den Kontext unserer Arbeit mit den Kunden zu verstehen. Es ist uns wichtig sicherzustellen, dass wir jedem Kunden einen Mehrwert liefern. Angesichts unserer umfassenden Erfahrung und mit unseren über 800 Business- und Technologieexperten an Bord können wir bei jeder Anfrage weiterhelfen, allerdings bitten wir um etwas Geduld, denn wir stellen viele Fragen, damit daraus auch ein erfolgreiches Projekt für Sie wird.

Wenn wir behaupten, dass ein Projekt „erfolgreich“ war, hat dieses den gewünschten Mehrwert geliefert. Wir wissen, dass jedes Projekt anders ist, mit spezifischen Zielen und, dass bestimmte Metriken zunächst wichtiger als andere identifiziert werden. Beispielsweise konzentrieren sich bestimmte Kunden möglicherweise stärker auf ein Element (z. B. Patientenerfahrung) oder für einige Dienstleistungen ist es zu bestimmten Zeiten (z. B. COVID-19-Pandemie) wichtiger, schnell und effektiv zu liefern.

Daher ist es für uns von entscheidender Bedeutung, Ihre Ziele zu verstehen – während wir uns vom Quadruple Aim und unseren Werten leiten lassen:

  • Bessere Gesundheitsergebnisse
  • Verbesserte Patientenerfahrung
  • Verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit
  • Niedrigere Pflegekosten

Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Gesundheitsbranche berücksichtigen wir all diese Aspekte und bieten gleichzeitig einen Service mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sich die Zeit zu nehmen, Ihre Bedürfnisse und Erwartungen zu verstehen und dabei die wichtigsten Säulen des Quadruple Aim zu berücksichtigen führt zu einem erfolgreichen Ergebnis – Erhalten Sie, was Sie von uns erwarten.

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Andrew Smith Director of Healthcare Services at Objectivity 
Andrew begann seine Karriere im Financial Management Training Scheme des NHS an den Royal Liverpool und Broadgreen Universitäts Krankenhäusern. Später verbrachte er 10 Jahre im Gesundheitsministerium, wo er mehrere Programme für Großbritannien leitete und an der Schnittstelle des NHS und des kommerziellen Sektors arbeitete.
In den letzten Jahren hat sich Andrew auf Bevölkerungsgesundheitsprojekte konzentriert und Regierungen in der EU und im Nahen Osten beraten, sowie Gesundheitstechnologieunternehmen in Großbritannien unterstützt.
Privat genießt Andrew es, mit seinen Zwillingen zu laufen und zusammen mit seiner Frau unterstützt er die Ambitionen seiner Tochter in der Rhythmischen Gymnastik.
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