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FinOps-Implementierung: Fast-Track zu den Vorteilen 

Technology

26 April 2022 - 7 Minuten lesen

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Michał Jankowski Low Code & Cloud Lead Technologist

Er hat über 13 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Software für eine der größten internationalen Unternehmen. Während dieser Zeit entwickelte er Desktop- sowie Web- und Mobilanwendungen. Derzeit ist Michał der Experte für Cloud-Lösungen, Quantum Computing und Low-Code-Plattformen. Zu seinen Hobbys gehören das Reisen und die Fotografie.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Schritt 1 – Definieren Sie Ihre Ziele 
  2. Schritt 2 – Überwachung einrichten 
  3. Schritt 3 – Beginnen Sie mit Quick Wins 
  4. Fazit: Schritt 4 – Setzen Sie die FinOps-Einführung fort 

Erinnern Sie sich noch, wie viel Zeit und wie viele Zustimmungen Sie vor 10 Jahren benötigten, um neue Hardware für Ihr Unternehmen zu bestellen? Der gesamte Prozess wurde in vielen Fällen von einer einzigen Person im Einkauf gesteuert. Heutzutage ist die Cloud eine natürliche Wahl für das Hosting Ihrer Lösungen. Jeder Entwickler kann jetzt im Namen des Unternehmens einen neuen Cloud-Service bestellen. Diese Aktionen erfolgen oft ohne jegliche Approvals. 

Allerdings ist es nun schwieriger für Unternehmen ihre Ausgaben für die Cloud-Infrastruktur vorherzusagen, zu kontrollieren und ihre Cloud-Kosten zu verwalten. FinOps wurde als eine Möglichkeit für Unternehmen eingeführt mit dieser Herausforderung umzugehen. Hierbei arbeitet jedes Teammitglied zusammen, übernimmt die Verantwortung für seine Cloud-Nutzung und verwaltet seine Cloud-Kosten. Die gesamte Implementierung kann für ein Unternehmen wie eine immense Herausforderung erscheinen, insbesondere wenn es bereits Cloud-Ressourcen nutzt. Wenn Sie neu in der Cloud sind, habe ich eine einfache Empfehlung – integrieren Sie den FinOps-Ansatz vom ersten Tag an. 

Quelle: https://www.finops.org/projects/adopting-finops/  

 

Einige der am häufigsten gestellten Fragen sind: Wie schnell können wir die ersten Vorteile von FinOps sehen? Müssen wir FinOps vollständig integrieren, um die positiven Auswirkungen zu sehen? Der am meisten diskutierte Vorteil ist in der Regel die Kostenoptimierung. Obwohl das Onboarding von FinOps ein langfristiger, fortlaufender Prozess ist, sind die ersten Ergebnisse recht schnell sichtbar. Dies hängt natürlich von der Architektur Ihrer Cloud-Lösung ab. Um Ihnen eine Skala der potenziellen „Quick Wins“ zu zeigen, möchte ich unser jüngstes Projekt erwähnen. Es ist uns gelungen, die 7-stellige Cloud-Rechnung um 40 % zu senken, noch bevor wir einen vollständig ausgereiften FinOps-Ansatz implementiert hatten. 

Die Implementierung von FinOps passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Es ist ein kultureller Wandel, der in Ihrem Unternehmen stattfinden muss. Bereiten Sie Ihr Unternehmen gut vor, damit der Wandel auch wirklich stattfinden kann. Am besten wäre es die Transformation als Projekt anzusehen und auszuführen. Zu Beginn müssen Kenntnisse über FinOps angeeignet werden und ein erster Plan für die Umsetzung erstellt werden. Der kulturelle Aspekt kann nicht genug betont werden. Sie sollten eine Community aufbauen und Fürsprecher finden, welche die restliche Belegschaft über den Wandel aufklären. Diese Gruppe sollte eine Arbeitsweise und den ersten KPI vorschlagen. Gleichzeitig sollten sie Tools untersuchen, die Ihr Unternehmen auf der FinOps-Reise unterstützen können. Danach ist es wichtig den ersten Bereich für die Implementierung zu finden und den Ansatz schrittweise auf den Rest der Organisation auszubreiten. Denken Sie daran, dass dies ein fortlaufender Prozess ist – mit einer kontinuierlichen Entwicklung. 

Vielleicht denken Sie, dass die Einführung von FinOps in Ihrem Unternehmen einige Zeit in Anspruch nehmen wird? Aber Ihre Herausforderungen müssen sofort gelöst werden! Tatsächlich handelt es sich um eine massive Veränderung und das Tempo der Implementierung wird von den Mitarbeitern, Ihrem aktuellen IT-Ansatz und Ihrer Unternehmenskultur beeinflusst. Für kurzfristige Ziele können Sie diesen Ansatz eingrenzen. Verwenden Sie nur die Elemente, die Ihnen helfen erste Vorteile zu erzielen und die dringendsten Probleme lösen. Sie müssen jedoch bedenken, dass Sie dadurch nicht alle Vorteile von FinOps erhalten. Ich erkläre Ihnen drei Schritte, um kurzfristige Anforderungen zu erfüllen: Definieren Sie Ihre Ziele, richten Sie eine Überwachung ein und erzielen Sie Quick Wins. 

Schritt 1 – Definieren Sie Ihre Ziele 

Cloud-Kostenoptimierung ist ein viel verwendeter Begriff im Bereich FinOps, da dieser Aspekt für Unternehmen leicht sichtbar ist. Manchmal konzentrieren sich Unternehmen allerdings zu sehr auf die Kostensenkung und vergessen die geschäftlichen Anforderungen und die erzielten Einnahmen. Wenn das Einkommen wächst und Ihre Gewinnmarge nicht sinkt, sollte eine Erhöhung der Cloud-Kosten für Ihr Unternehmen akzeptabel sein. Sie sollten sich nur Sorgen machen, wenn Ihre Marge abnimmt. In diesem Fall müssen Sie Ihre IT-Lösungen auf jeden Fall genauer unter die Lupe nehmen.  

Bevor Sie sich mit den Kosten befassen, müssen Sie Ihre Geschäftsziele genau definieren. Dann können Sie über eine Cloud-Strategie nachdenken, die diese Ziele unterstützt und wie Sie sie überwachen möchten. Sie müssen sich auf einen KPI konzentrieren, der die Effizienz Ihres Betriebs misst. Bitte denken Sie daran, dass die effizientesten Operationen nicht immer die billigsten sind. Sie können mit einfachen KPIs beginnen: 

  • Cloud-Kosten/Umsatz
  • Cloud-Kosten/Geschäftsbetrieb
  • Cloud-Kosten/Kunde 

  Es ist keine gute Idee, mit der Kostenoptimierung zu beginnen, ohne sich an Ihren Geschäftszielen auszurichten. Langfristig kann es mehr Probleme als Vorteile verursachen. 

Schritt 2 – Überwachung einrichten 

Der nächste Schritt ist die Einrichtung eines Monitorings. Beobachten Sie, wie sich die von Ihnen vorgenommenen Änderungen auf Ihre Kosten und definierten KPIs auswirken. Als erstes sollten Sie sich auf Ihre Cloud-Ausgaben konzentrieren. Bevor Sie nach einem externen Tool suchen, überprüfen Sie die integrierten Lösungen. Die meisten Cloud-Anbieter verfügen bereits über Tools für ihre Plattformen (z. B. Azure Cost Management und Billing; AWS Budgets, Billing oder Cost Explorer). Sie können sie verwenden, um Ihre tatsächlichen Kosten und historische Werte anzuzeigen und die Daten nach verschiedenen Kriterien zu gruppieren.  

Um mehr Informationen von einer Gruppierung zu erhalten, müssen Sie in Ihrem Unternehmen ein Labeling-Schema erstellen. Eine gut durchdachte Labeling-Strategie hilft Ihnen dabei, relevantere Informationen zu erhalten und ermöglicht, Ihre Kosten mit Ihren Geschäftsergebnissen in Verbindung zu bringen. Wenn Sie an Labels und Taggs denken, denken Sie an Units, Geschäftsbereiche, Produkte, Lösungen und Regionen. Verwenden Sie Cloud-Richtlinien, um sicherzustellen, dass jede neue Ressource Tags verwendet. 

Als nächstes sollten Sie Budgets und Warnungen definieren. Beide helfen Ihnen dabei, unvorhersehbares Verhalten Ihrer Cloud zu erkennen und schnell auf diese Ereignisse zu reagieren. 

Quelle : https://azure.microsoft.com/en-us/services/advisor/  

Wenn Sie ein Monitoring einrichten, dürfen Sie die Infrastrukturelemente nicht vergessen. Die meisten Cloud-Dienste verfügen bereits über einige integrierte, durch KI unterstütze  Überwachungsfunktionen. Sie können Ihnen helfen das Nutzungsmuster des Services zu verstehen und die Größe an Ihre tatsächlichen Bedürfnisse anzupassen. Darüber hinaus können diese Tools Empfehlungen liefern, die Ihnen helfen können, Ihr Produkt zu optimieren und den Bedarf an Ressourcen zu reduzieren. 

Schritt 3 – Beginnen Sie mit Quick Wins 

FinOps geht davon aus, dass Sie in Ihrem Unternehmen ein funktionsübergreifendes Team aufbauen, das als Cloud Cost Center of Excellence (CCoE) fungiert. Dies ist wichtig, da diese Einheit die Auswirkungen jeder noch so kleinen Änderung auf die Organisation als Ganzes messen kann. Kleine Optimierungen werden aufgrund der geringen Auswirkungen auf die individuellen Verantwortlichkeiten der Teams selten von einzelnen Teams umgesetzt. Wenn diese Änderungen jedoch an mehreren Stellen angewendet werden, werden die Auswirkungen auf die gesamte Organisation viel deutlicher. Darüber hinaus schaffen Veränderungen neue Wachstumspfade. In der späteren Phase der Einführung von FinOps wird das CCoE für die Interaktion mit verschiedenen Teilen der Organisation verantwortlich sein, um Cloud-Strategie, Governance und bewährte Verfahren zu definieren und zu verwalten. 

Zum Thema FinOps finden Sie viele Empfehlungen zu reservierten Instanzen. Ihre Auswirkungen auf die Cloud-Ökonomie können erheblich sein (bis zu 70 % Kostensenkung). Aber bevor Sie diesen Weg gehen, gibt es mehrere andere Optionen, die Sie prüfen können.  

Suchen Sie zunächst nach Ressourcen, die Sie überhaupt nicht verwenden. Manchmal testet Ihr Team etwas, liefert Proof of Concept oder ändert Ihre Architektur und niemand räumt danach auf. Der einfachste Weg, diese Ressourcen zu finden, ist ein Abhängigkeitsgraph zu erstellen und somit „Waisen“ zu finden. Eine weitere bewährte Methode besteht darin, einen separaten Ort für diese temporären Projekte zu erstellen und ihn jeden Monat automatisch zu reinigen. 

Im vorherigen Schritt habe ich die Monitoring und Empfehlungen, bereitgestellt durch künstliche Intelligenz, erwähnt. Bitte überprüfen Sie diese Vorschläge. Einige davon sind sehr einfach zu implementieren – fügen Sie der Datenbanktabelle einen Schlüssel hinzu, aktivieren Sie die Indizierung usw. In bestimmten Fällen steigern diese Empfehlungen die Leistung Ihrer Anwendung, was wiederum den Bedarf an Ressourcen verringert. 

Anschließend sollten Sie Ihre Ressourcen entsprechend Ihrer Anwendung und Ihren Geschäftsanforderungen dimensionieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Sie sollten damit beginnen, die direkte Größe der Ressourcen an Ihre tatsächliche Nutzung anzupassen. Die aus der Überwachung gewonnenen Informationen können Ihnen dabei helfen. Die abnehmende Größe der Ressourcen kann sich auf die enthaltenen Funktionen auswirken. Beispielsweise kann die Verfügbarkeit oder Redundanz vom Service reduziert werden. Beginnen Sie dann mit der Verwendung von Autoscaling-Optionen und passen Sie den Dienst an die Nutzungsmuster an. Denken Sie auch an Zeiten, in denen Ihre Anwendung kaum genutzt wird. Vielleicht können Sie es für die Nacht ausschalten oder einen serverlosen Ansatz verwenden. Möglicherweise können Sie auch eine Umgebung für eine bestimmte Aufgabe erstellen, sie ausführen und dann später alles freigeben.  

In der Cloud bezahlen Sie für gebuchte Ressourcen und es ist ganz einfach neue zu bestellen oder nicht mehr benötigte zurückzugeben. Automatisierung ist der Schlüssel und ermöglicht die Unterstützung von Szenarien, die nicht in die Dienste integriert sind. Bitte denken Sie daran, die Interessenvertreter des Unternehmens jedes Mal in solche Entscheidungen einzubeziehen. 

Nach diesen einfachen Maßnahmen sollten Sie die ersten Ergebnisse in Form von Kosteneinsparungen sehen können. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um mit Ressourcenreservierungen zu beginnen. Parallel dazu können Sie Verhandlungen mit Cloud-Anbietern über spezielle Preisangebote aufnehmen. 

Fazit: Schritt 4 – Setzen Sie die FinOps-Einführung fort 

Ich hoffe, dass die ersten sichtbaren Vorteile Sie ermutigen den FinOps-Ansatz weiter zu verfolgen. Die Kosteneinsparungen sind oft der erste Vorteil und können sehr schnell erreicht werden. Die erwähnten Quick Wins, können neue Möglichkeiten eröffnen, die Ihrem Unternehmen größere Vorteile bringen werden. Da die Einführung von FinOps in Ihrem Unternehmen weiter zunimmt, werden Sie die zunehmenden Auswirkungen auf strategische Aktivitäten bemerken. Es wird Ihnen helfen, sich auf eine Weise auf die Kostenzuordnung zu konzentrieren, die Ihr Geschäftsmodell unterstützt, die Genauigkeit der Prognosen und die Geschäftseffektivität verbessert. Sie werden in der Lage sein, bessere und fundiertere Entscheidungen zu treffen, die Ihrem Unternehmen helfen, noch weiter zu profitieren. 

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Michał Jankowski Low Code & Cloud Lead Technologist

Er hat über 13 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Software für eine der größten internationalen Unternehmen. Während dieser Zeit entwickelte er Desktop- sowie Web- und Mobilanwendungen. Derzeit ist Michał der Experte für Cloud-Lösungen, Quantum Computing und Low-Code-Plattformen. Zu seinen Hobbys gehören das Reisen und die Fotografie.

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