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Industrie 5.0: Eine Zusammenführung von Mensch und Maschine

Technology

27 Dezember 2021 - 4 Minuten lesen

Industrie
Susanne Hohenstein-Kluka Content Marketing Specialist

Susanne kümmert sich um den deutschen Content bei Objectivity, übersetzt Firmeninhalte wie Webtexte, Artikel und eBooks und schreibt Artikel über Technologie-Trends und praktische Ratgeber. Privat verbringt sie am liebsten ihre Freizeit in der Natur, spielt Tennis oder geht auf Rockkonzerte.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was steht hinter dem Begriff Industrie 5.0?
  2. Schlüsselelemente zu Industrie 5.0
  3. Chancen und Möglichkeiten
  4. Mit Industrie 5.0 in die Zukunft
  5. Fazit

Methoden zum Vernetzen neuer Technologien zu entwickeln, um Effizienz und Produktivität zu steigern, das war das Leitprinzip der Industrie 4.0 - erstmals 2011 in die Öffentlichkeit getragen. Allerdings wird seit einiger Zeit ein neuer Begriff diskutiert und suggeriert, dass uns schon die nächste Phase der Industrialisierung bevorsteht. Andere sprechen von einer längst überfälligen Korrektur. Während vor ein paar Jahren der Mensch hauptsächlich durch Maschinen und der Einführung von Automatisierung ersetzt wurde, soll er heute wieder in den Mittelpunkt gestellt werden.

Was steht hinter dem Begriff Industrie 5.0?

Der Begriff bezeichnet die direkte Zusammenarbeit zwischen Menschen und „intelligenten“ Maschinen. Roboter sollen Menschen dabei helfen, schneller und besser zu arbeiten, indem sie Technologien wie das Internet der Dinge (IoT) und Big Data nutzen. Es kommt eine persönliche, menschliche Note zu den Säulen der Industrie 4.0 hinzu – Arbeitsprozesse, die den Menschen in körperlicher und geistiger Hinsicht unterstützen sollen.

Roboter wurden bisher für gefährliche, monotone oder körperlich anspruchsvolle Arbeiten eingesetzt. Darunter z. B. das Schweißen und Lackieren im Automobilbau oder das Beladen und Ausladen schwerer Lasten in Lagerhallen. Die Implementierung von Robotern, vernetzten Prozessen und Automatisierung in der Herrschaft von Industrie 4.0 wurde und wird teilweise immer noch, nur deshalb vorgenommen, weil Unternehmen sich Effizienzsteigerung und Kostenersparnisse versprechen. Zudem ist es angesagt, möglichst viel mit digitalen Technologien darzustellen, egal wie sinnlos und wie gering der Mehrwert für ein Unternehmen ist. Am Ende waren es größtenteils Menschen, die darunter leiden mussten. In den meisten Fällen wurden Arbeitsplätze liquidiert oder die Arbeitsbedingungen änderten sich drastisch.

Industrie 5.0 zielt darauf ab, maschinelle Kapazitäten in Zusammenarbeit mit menschlicher Intelligenz und Einfallsreichtum zu verbinden.

Schlüsselelemente zu Industrie 5.0

Industrie 5.0 soll Menschen unterstützen – nicht ersetzen

Während Roboter viel konsistenter als Menschen sind und Präzisionsarbeit besser erledigen können, sind sie nicht flexibel und ihnen fehlen Anpassungsfähigkeit und das kritische Denken, die uns Menschen ausmachen. In Zusammenarbeit mit Menschen können Roboter ihren speziellen Zweck erfüllen und der Mensch wird dank der Korrektur wieder zurück in die Industrie geholt.

Gleichgewicht zwischen Automatisierung und menschlicher Produktivität

Anders als bei der Industrie 4.0, wobei es um die Leistungsoptimierung durch Vernetzung zwischen Systemen und Prozessen ging, erzielt die Industrie 5.0 weitere Gewinne durch verbesserte Effizienz und Produktivität – durch die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine. Besonders verbunden mit der immer steigenden Nachfrage nach Individualisierung und Personalisierung, ist dieses Konzept genau das richtige.

Chancen und Möglichkeiten

Eine Fabrik mit den heutigen Chancen und Möglichkeiten muss flexibler, effizienter und nachhaltiger werden. Smart Factory gehört zur Hightech-Strategie der deutschen Bundesregierung und bezeichnet eine Produktionsumgebung, die sich selbst organisiert. Zur Produktionsumgebung gehören Fertigungsanlagen und Logistiksysteme. Ein zentrales Merkmal der Smart Factory ist die individualisierte Produktion. Dank intelligenter Vernetzung und die Fähigkeit zur Selbstorganisation, lassen sich die Produktionsabläufe individuell und flexibel gestalten. Durch Automatisierung entsteht die Möglichkeit, Individualprodukte und Kleinserien in einem Kostenrahmen zu produzieren, welcher in konventionellen Fabriken nur bei der Massenproduktion zu erreichen ist.

Der Mensch muss in den eigentlichen Produktionsprozess, laut Industrie 4.0, nicht mehr eingreifen – allerdings zeigt uns die Beschreibung von Industrie 5.0, dass der Mensch sich hier sehr gut einbringen kann. Dank der Technologie verändert sich die Rolle der Mitarbeiter und sie können Arbeiten erledigen, welche ihr Potenzial voll ausschöpfen. Der Anteil an produzierender Tätigkeit wird sinken, dafür steigt der Anteil an überwachenden Aufgaben: Kontrolle, Optimierung der Abläufe und Schnittstellen, sowie die Auswertung und Übersetzung von Daten in geschäftlichen Mehrwert. Somit können auch viele Unfälle vermieden werden und der Mensch ist durch die Technologie geschützt, kann sich weiterentwickeln und Innovation fördern.

Mit Industrie 5.0 in die Zukunft

Um die Industrieproduktion in Europa halten zu können, stehen Innovationen mit qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen im Fokus. Dank des Industrial Internet of Things (IIoT) können vernetzte Sensoren, KI und maschinelles Lernen in einem neuen Kontext verbunden werden. Parallel dazu ist die Erhebung, Sammlung, Analyse und Verknüpfung großer Datenmengen ein entscheidender Faktor (Big Data, Big Data Analytics). Durch die gezielte Verknüpfung von Daten und KI im IIoT, erhalten Dienstleister und Produktanbieter ein exakteres Bild über ihre Kunden und deren Verhalten und vor allem Erwartungen. Da der Kunde besser analysiert und seine Erwartungen schneller und effizienter erkannt werden können, profitiert die produzierende Industrie von genaueren Marktdaten und kann zielgerichtetere Produkte herstellen.

Auch Nachhaltigkeit ist ein großes Thema - Wirtschaft und Klimaschutz sind keine Gegensätze, sondern brauchen einander. Und Nachhaltigkeit heißt nicht nur Klimaschutz, sondern Unternehmen müssen Verantwortung auch gegenüber Mitarbeitern, Kunden und der Gesellschaft gerecht werden. Nur Unternehmen, welche das Konzept der Nachhaltigkeit voll in ihre Entwicklung und operative Arbeit integrieren, können überlebensfähig sein. Mit dem Klimaschutzgesetzt soll bis 2045 Klimaneutralität erreicht werden und auf europäischer Ebene werden politische Rahmenbedingungen geschaffen und die Industrie muss hier ihren Teil beitragen.

Fazit

Wenn man den Begriff „Industrie 5.0“ also bewertet, ist es strenggenommen eine Korrektur oder ein Upgrade der 4. industriellen Revolution – nachhaltiger, widerstandsfähiger und menschzentrierter. Arbeitsplätze sollen nicht gestrichen werden, sondern das Wohlergehen der Industriearbeiter soll in den Mittelpunkt des Produktionsprozesses gerückt werden. Dies wird auch im Bericht „Industry 5.0“ von der Europäischen Kommission so verdeutlicht: Der Mensch allein reicht schon lange nicht mehr und der „Unfallfaktor Mensch“ ist auch ein großes und separates Thema. Auch der Unfallbericht von 2019, zeigt ganz klar, dass die heutige Technologie und die dazugehörige Automatisierung sehr viele dieser Unfälle, die oft tödliche Folgen haben, verhindern kann. Durch ein Gleichgewicht zwischen Automatisierung und menschlicher Produktivität und Kreativität, sowie kognitiven Fähigkeiten kann die Industrie Innovationen voll ausschöpfen und somit Wettbewerbsfähigkeit vorantreiben.

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Susanne Hohenstein-Kluka Content Marketing Specialist

Susanne kümmert sich um den deutschen Content bei Objectivity, übersetzt Firmeninhalte wie Webtexte, Artikel und eBooks und schreibt Artikel über Technologie-Trends und praktische Ratgeber. Privat verbringt sie am liebsten ihre Freizeit in der Natur, spielt Tennis oder geht auf Rockkonzerte.

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