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Top-Trends der digitalen Transformation im Gesundheitswesen

Technology

27 September 2023 - 6 Minuten lesen

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Susanne Hohenstein-Kluka Content Marketing Specialist

Susanne kümmert sich um den deutschen Content bei Objectivity, übersetzt Firmeninhalte wie Webtexte, Artikel und eBooks und schreibt Artikel über Technologie-Trends und praktische Ratgeber. Privat verbringt sie am liebsten ihre Freizeit in der Natur, spielt Tennis oder geht auf Rockkonzerte.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Warum ist die digitale Transformation im Gesundheitswesen notwendig? 
  2. Digitalisierung im Medizinbetrieb
  3. Data-Driven E-Health
  4. Künstliche Intelligenz
  5. Legacy-System Modernisierung
  6. Der Fokus liegt auf dem Kunden - Personalisierung
  7. Zusammenfassung

Aktuell steht die Gesundheitsbranche vor einem großen Umbruch und wird sich im 21. Jahrhundert grundlegend verändern. Neben dem anhaltenden Preisdruck für Medikamente, verändert vor allem die fortschreitende Digitalisierung die Medizin. 

Laut einer Studie von Roland Berger, wird das Marktvolumen für digitale Produkte und Dienstleistungen bis 2025 bereits auf bis zu 57 Milliarden Euro in Deutschland und auf rund 232 Milliarden Euro in Europa steigen. 
Wir sehen in die Zukunft einer effektiveren Versorgung von Patienten dank Robotics, personalisierter Medizin, Daten und künstlicher Intelligenz. 

Warum ist die digitale Transformation im Gesundheitswesen notwendig? 


Die Digitalisierung schafft nicht nur neue Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten und personalisiert die Medizin. Die digitale Transformation im Gesundheitswesen  verändert auch die Arbeit des medizinischen und administrativen Personals, erleichtert die Kommunikation zwischen Kliniken, Ärzten, Patienten, Krankenkassen und bietet eine transparente Sicht auf die Behandlung. Zudem ermöglicht es dem Patienten, selbst seine Gesundheit besser zu kontrollieren und zu steuern. Außerdem können somit Versorgungslücken durch Personalmangel geschlossen werden und nicht notwendige Arztbesuche vermieden werden. Auch Patienten in ländlichen Gebieten können dank der Digitalisierung nach der Entlassung leichter versorgt bleiben. 

Branchenkenner nennen drei Hauptveränderung für die nächsten 10 bis 15 Jahre. Der Ansatz „Cure-to-Care“ bedeutet eine Verschiebung der Versorgung hin zur Vorsorge. Dieser Wechsel soll zu einer ganzheitlichen Gesundheitssteuerung führen, angetrieben durch neue digitale Applikationen und Möglichkeiten. Dazu kommt der Fokus auf personalisierte Therapien als zweite Veränderung und „last but not least“ eine Verbraucher-zentrierte Medizin. Dem Patienten soll mehr Verantwortung gegeben werden. Eine erhöhte Transparenz, so dass Ärzte und digitale Systeme mehr über den Gesundheitszustand des Patienten wissen und ihm besser helfen können, aber auch der Verbraucher selbst soll viel umfassender informiert werden und kann besser Entscheidungen treffen.

Insgesamt sind die technologischen Trends extrem vielfältig und umfassen neue Kommunikationsmöglichkeiten wie die Telemedizin, Biotech und Nanotechnologie, als auch innovative Entwicklungen in den Bereichen Pharma und Medizintechnik. Der chancenreiche Wandel stellt uns alle vor große technologische und geschäftliche Herausforderungen. Besonders gefragt sind jetzt medizinische Unternehmen und Institutionen, ob Klinikbetreiber, Medizintechnikanbieter, Pharmaunternehmen oder Krankenkassen. Die Grundlage dafür stellen Sensoren, Daten, Analytics und optimierten Prozesse.
In diesem Artikel erläutere ich die Top-Trends der digitalen Transformation im Gesundheitswesen. 

1.    Digitalisierung im Medizinbetrieb


Ein ganz entscheidender Punkt war die elektronische Patientenakte, allerdings bedeutet Digitalisierung im Medizinbetrieb nicht nur weg von Stift und Papier, wenn es um Patientendaten geht und die Ausstellung von Rezepten. Digitalisierung kann viel mehr bewirken, z. B. in der Administration: Die Verwendung digitaler Dienstpläne in Krankenhäusern oder spezielle Apps für Klinikpersonal. Die Digitalisierung ist der wesentliche Schritt zu allen weiteren Initiativen und Innovationen, egal in welcher Branche. Besonders einschneidende Fortschritte brachten das E-Health-Gesetz von 2016 und das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), welches im Dezember 2019 in Kraft trat.

Ziel ist es das Gesundheitswesen miteinander zu vernetzen – von den Ärzten und Physiotherapeuten über die Krankenhäuser und Apotheken bis zu den Krankenkassen. Diese Vernetzung bringt nicht nur Vorteile für die Kommunikation und Verwaltung. Sie hilft auch den Patientinnen und Patienten, durch einfach zugängliche Informationen. Hierzu wurde auch ein Informationsportal des Bundesministerium für Gesundheit geschaffen – „gesund.bund.de“. Das Portal ist gefüllt mit interessanten Artikeln und Ratschlägen zu den Themen: Gesund leben, Krankheiten, Pflege und Aufklärung über die digitale Gesundheit und ihre Vorteile. Das Portal verfügt auch über eine Suchfunktion und bietet somit direkten Zugriff zu gesuchten Informationen. 

2.    Data-Driven E-Health


Nach der Digitalisierung, ist wichtig zu wissen, wie Daten effizient genutzt und geschützt werden können. Data-Driven E-Health bedeutet neue Möglichkeiten in der personalisierten Medizin, der Präventivmedizin, dem Management chronischer Krankheiten sowie der Teleüberwachung und dem Management von Patienten mit implantierten Geräten. Die reichhaltigen Daten, die sich in Online-Diensten und Internetunternehmen ansammeln, bieten eine Lupe (oder sogar Mikroskop), um menschliches Verhalten im großen Maßstab zu untersuchen und völlig neue Fragen zum Zusammenspiel von Verhaltensmustern und Gesundheit zu stellen. Da das Gesundheitswesen den Wechsel von Versorgung zu Vorsorge schaffen möchte, ist dieser Punkt von besonderer Bedeutung. Gesundheitsdaten sind sehr vielfältig und komplex, und Technologien wie z. B. Data-Fabric kann laut Gartner dazu beitragen, Datenquellen einfacher zu nutzen. 

Von zentraler Bedeutung wird der Schutz zentraler Systeme für alle Datenorchestrierungsaktivitäten. Dadurch, dass Gesundheits- und Life-Science-Organisationen immer mehr medizinische Geräte und Gesundheits- und Wellnessanwendungen vernetzen und somit Daten erweitern und nutzen möchten.

3.    Künstliche Intelligenz


Die Akteure im Pharma- und MedTech-Markt treiben Wachstum und Innovationen voran, vor allem digitale Technologien wie die künstliche Intelligenz (KI) eröffnen neue Möglichkeiten in der Gesundheitsversorgung. KI bietet ein breites Anwendungsgebiet im Gesundheitswesen und birgt das Potenzial, Wissen und Prozesse grundsätzlich zu verändern und zu verbessern. KI-Systeme erleichtern die Diagnostik, Überwachung sowie Prävention verschiedener Erkrankungen. Laut Roland Berger können künftig 20 % der medizinischen Leistungen durch KI ersetzt werden, rund zwei Drittel aller Umsätze werden mit digitalen Therapien erzielt. Der oben genannte Data-Driven-Ansatz und KI sind kaum noch voneinander zu trennen. 

Dazu gehören auch die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Medikamente, aber auch die Auswertung und Nutzung gesundheitsbezogener Daten und der Einsatz digitaler Technologien bei Fertigungsprozessen und Zulassung der Arzneimittel. Hier hat Objectivity seinem Kunden, LifeArc,  mit einem hochmodernen neuronalen Netzwerksystem geholfen, das in der Lage ist schwierige Datensätze zu verarbeiten. 

Kommunikation ist ein ganz wichtiges Thema und bezieht sich wieder auf die Vernetzung des Gesundheitswesens. Im Krankenhaus gehören dazu sprachverarbeitende Systeme, die dem Arzt das Diktieren eines Befundes ermöglichen. Spracherkennungs-Software erkennt die gesprochenen Worte und übersetzt sie automatisch in eine Textdatei. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat die Trefferquote bei der Spracherkennung erheblich verbessert. Dies bedeutet, dass zusätzlich zur Digitalisierung KI die Möglichkeit gibt Prozesse zu automatisieren und somit wird sehr viel Zeit gespart, die wiederum für Patienten genutzt werden kann. 

Intelligente Systeme können Leben retten - Künstliche Intelligenz soll Ärzte nicht ablösen, sondern unterstützen. Durch KI und ML können Bildaufnahmen und andere Daten analysiert werden und ein Alarmsystem kann dem Arzt Anomalien schneller aufzeigen und somit Patientinnen und Patienten eine schnellere Behandlung ermöglichen. Aber auch in der Pflege kann KI helfen, z. B. durch die Entwicklung von Sensortechnologien, die den Windelwechsel anzeigen, Medikamentenversorgung vereinfachen und das Wundliegen vorbeugen. 

4.    Legacy-System Modernisierung


Ein ganz wichtiger Punkt, der oft nicht als Trend anerkannt wird, ist die Modernisierung der Legacy-Systeme, auch Altsysteme genannt. Es wurde digitalisiert und automatisiert, aber viele der alten Systeme unterstützen die Innovationen nicht, die z. B. eine Arztpraxis oder ein Pharma-Unternehmen sich vorgenommen hat. Auch kann die veraltete Datenverarbeitung problematisch im Hinblick auf Einsicht und Softwaredokumentation im Sinne der DSGVO und anderer Datenschutzbestimmungen sein. In vielen Legacy-Systemen wird nicht berücksichtigt, dass Daten einfach, schnell und direkt identifiziert, extrahiert oder gelöscht werden können und können leicht Sicherheitslücken enthalten. Schwierige Datenmodelle und undurchsichtige Datenbanken behindern Informationen einfach aus dem System zu extrahieren und zentral verfügbar zu machen. Nicht zu vergessen sind Wartungskosten als Arbeitsaufwand von Legacy-Systemen. Diese sind höher als die einer modernen Architektur. In extremen Fällen gibt es weder Hersteller-Support noch Mitarbeiter, die mit der Software vertraut sind. Gartner empfiehlt Gesundheitsorganisationen Partnerschaften mit Technologieanbietern einzugehen, die es ermöglichen eine digitale Transformation im Gesundheitswesen zu beschleunigen. Weiter schlägt das Beratungsunternehmen vor in Plattform-Engineering zu investieren. 

5.    Der Fokus liegt auf dem Kunden - Personalisierung


Akteure in der Gesundheitswirtschaft stehen angesichts einer Vielzahl von Optionen vor der Frage, welche Ideen und Projekte zur Digitalisierung besonders zielführend sind und deswegen priorisiert werden sollten. Hierbei müssen sich die Anbieter stärker als bisher an den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren und diese konsequent zur Neuausrichtung nutzen. Die Kunden im Gesundheitswesen wollen, wie in allen anderen Branchen auch, maßgeschneiderte digitale Prozesse, die Mehrwert und Entlastung bringen. Die Schwerpunkte im Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) liegen auf der Implementierung digitaler Lösungen und deren kontinuierlicher Verbesserung. 

Zusammenfassung


Durch die Erfassung und Auswertung riesiger Datenmengen, rückt vor allem die personalisierte Medizin in den Vordergrund. Der Grundstein dafür ist die hohe Datenbasis, um individuelle Gesundheitsangebote für Patienten zu entwickeln. Dabei spielen vor allem die Angleichung, Modernisierung oder der Austausch von Legacy-Systemen, um zentrale Plattformen für den Datenaustausch zu schaffen, die Sicherheit der Daten sowie die Speicherkapazität eine große Rolle.

Gartner empfiehlt Healthcare-Organisationen sich auf die Skalierung des Geschäfts zu konzentrieren, indem sie in Technologien und Ansätze investieren sollen, die bei der Bereitstellung branchenspezifischer Cloud-Plattformen, Plattform-Engineering und drahtloser Wertschöpfung helfen können. 

Es ist entscheidend neue Technologien in Produkte und Dienstleistungen umzuwandeln, die wirklich ein neues Niveau im Gesundheitswesen ermöglichen: KI wird einer der Schlüssel für die Zukunft der medizinischen Diagnostik, Überwachung und Prävention sein. Innovationen in den Bereichen Sensorik, Diagnose und Datenverarbeitung können branchenweit neue, datengetriebene Dienste und Geschäftsmodelle ermöglichen und uns näher an eine ganzheitliche und effektivere Gesundheitssteuerung bringen. 

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Susanne Hohenstein-Kluka Content Marketing Specialist

Susanne kümmert sich um den deutschen Content bei Objectivity, übersetzt Firmeninhalte wie Webtexte, Artikel und eBooks und schreibt Artikel über Technologie-Trends und praktische Ratgeber. Privat verbringt sie am liebsten ihre Freizeit in der Natur, spielt Tennis oder geht auf Rockkonzerte.

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