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Warum Gesundheitsorganisationen Gesundheitsdaten nutzen sollten

Technology

23 März 2022 - 5 Minuten lesen

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Rafał Imielski Rafał Imielski Content Marketing Specialist

Er konnte bereits zwei Jahre Erfahrung sammeln im Verfassen, Übersetzen und Korrekturlesen von Texten. Sein Ziel ist es Menschen dabei zu helfen präzise und verständlich zu kommunizieren.  

Rafał hat ein Archäologie-Studium absolviert und ist sowohl von prähistorischen als auch von modernen Technologien fasziniert. 

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Die zunehmende Popularität tragbarer medizinischer Geräte und der Gesundheits-Apps, trug zu einer Fülle von patientengenerierten Gesundheitsdaten bei. Dies können alle Arten von gesundheitsbezogenen Daten sein, die vom Patienten oder seiner Pflegekraft aufgezeichnet werden. Einige Beispiele hierfür sind Gesundheits- und Behandlungsgeschichte, Liste der Symptome, biometrische Daten und Lebensstil.

Im Gegensatz zu klinischen Daten werden diese vollständig von den Patienten, ihren Familien oder Betreuern erstellt oder gesammelt. Die Patienten haben sowohl die Datenerfassung als auch die Datenübertragung unter Kontrolle. Einige der Apps und Geräte bieten die Möglichkeit, relevante Daten automatisch mit Ärzten zu teilen, aber nur, wenn Patienten diese Funktion aktivieren.

Dies führt zu zwei grundlegenden Herausforderungen: Erstens bedeutet dies, dass die von den Patienten erhobenen Daten weniger zuverlässig sein könnten als die von medizinischen Personal. Die Beliebtheit verschiedener elektronischer Sensoren kann dieses Risiko verringern, aber Genauigkeit und Benutzerauthentifizierung können immer noch einige Probleme aufwerfen. Zweitens müssen sich die Patienten entscheiden, ihre Daten mit den Ärzten zu teilen. Dazu müssen die Vorteile verstanden werden und jeder Patient sich freiwillig dafür entscheiden. Dadurch wird ausreichende Information und Wissensaustausch zu einem wichtigen Teil des Prozesses.

Vorteile der Nutzung von patientengenerierten Gesundheitsdaten

Mobile Apps, Smartwatches, vernetzte Glukosemonitore, Thermometer und andere vernetzte Geräte, welche die Erfassung der Daten ermöglichen, sind nicht neu, aber im Laufe der Zeit sind sie alltäglich geworden. Viele von ihnen haben sich auf dem Markt etabliert und neu ist der Umgang im Gesundheitswesen mit den gesammelten Daten, da sie diese zunehmend als hilfreich und wertvoll ansehen (was früher nicht immer der Fall war).

Die patientengenerierten Daten ermöglichen es Ärzten, die Gesundheit und den Zustand ihrer Patienten außerhalb der Praxis zu verfolgen. Einige Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, erfordern eine gründlichere Überwachung als nur regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei einem Arzt. Der Zugriff auf diese in Echtzeit generierten Daten nicht nur für die Patienten, sondern auch für das medizinische Fachpersonal kann dazu beitragen, gefährliche Situationen zu vermeiden und die Qualität der Versorgung zu verbessern. Gleichzeitig können die Ärzte verfolgen, ob sich die Patienten tatsächlich an den Behandlungsplan halten und personalisierte Behandlungspläne erstellen, die auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen.

Ein weiterer Vorteil der Nutzung patientengenerierter Gesundheitsdaten ist die aktive Beteiligung der Patienten selbst. Eine Reihe von Interviews mit Patienten und Gesundheitsdienstleistern, die 2020 von mHealth durchgeführt wurden zeigte, dass diese beiden Benutzergruppen anerkennen, dass diese Methode bei Aspekten wie dem Gesundheitsbewusstsein der Patienten, verbesserter Kommunikation, Patientenengagement und erhöhter Motivation hilft. Dies sind wichtige Faktoren, da es immer noch eine große Herausforderung ist, Patienten in ihre eigene Genesung oder ihr eigenes Wohlbefinden zu engagieren. Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, Patienten zu ermutigen, die Vorteile von modernen Technologien zu nutzen.

Technische und organisatorische Herausforderungen

Die COVID-19-Pandemie führte zu einem massiven Anstieg der Nutzung virtueller Gesundheitstools, einschließlich solcher, die der Fernüberwachung von Patienten gewidmet sind. Zahlreiche Lockdowns und Einschränkungen machten das Sammeln von Patientendaten zu Hause eher zu einer Notwendigkeit als zu einer Bequemlichkeit. Während die Popularität von verschiedensten Lösungen bereits zunahm, war die Geschwindigkeit, mit der dieser Trend während der Pandemie einsetzte, größer als erwartet. Wobei heute der richtige Zeitpunkt zu sein scheint, sich Gedanken darüber zu machen, wie die riesigen Mengen an gesammelten Daten noch effektiver genutzt werden können.

Die Gewährleistung der Qualität der gesammelten Daten, ihrer Standardisierung und Interoperabilität ist entscheidend, um ihr Potenzial voll ausschöpfen zu können. Gleichzeitig benötigen Gesundheits- und Pflegedienstleister eine starke Datenarchitektur und Organisationsstrukturen, die in der Lage sind riesige Datenmengen zu speichern, zu verwalten und sie zu verarbeiten. Das Sammeln von Daten ist nur der erste Schritt – die eigentliche Herausforderung besteht darin, einen Mehrwert daraus zu ziehen.

Die tatsächlichen, greifbaren Ergebnisse hängen von der Fähigkeit der Gesundheitsbranche ab, diese unstrukturierten Daten zu verwalten, zu organisieren, wertvolle Informationen daraus zu extrahieren und sie zur Verbesserung der Entscheidungsfindung zu nutzen. Ohne technische und organisatorische Bereitschaft können die Daten, anstatt einen Mehrwert zu bringen, unbrauchbar gemacht werden oder schlimmer, sogar zu einem Hindernis werden. Technologien wie künstliche Intelligenz und Predictive Analytics können eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass die Daten zu einer besseren Versorgung der Patienten und zu geringeren Kosten für Gesundheitsorganisationen führen.

Wie können Gesundheitsdaten vollständig genutzt werden?

Die Herausforderungen bei der Erschließung des vollen Potenzials patientengenerierter Gesundheitsdaten sind zwar erheblich, aber nicht unüberwindbar. Es gibt mehrere Maßnahmen, die Organisationen ergreifen können, um das Potenzial von patientengenerierten Daten voll auszuschöpfen.

Zu solchen Maßnahmen gehören:

  • Schulung von Patienten und Pflegekräften in der Verwendung von Wearables und mobilen Apps und Ermutigung zur Weitergabe ihrer Daten und Beteiligung am Behandlungsprozess.
  • Einbeziehen von repräsentativen Patientengruppen in das Testen von Apps und Geräten.
  • Aufbau eines kollaborativen Ansatzes zwischen Gesundheitspersonal und Entwicklern bei der Erstellung von neuen Lösungen.
  • Schaffung starker Datenstrukturen innerhalb von Gesundheitsorganisationen, um sicherzustellen, dass sie in der Lage sind, Daten in ihre Arbeitsabläufe zu integrieren (dies ist bei vielen Klinikern aufgrund der Pandemie bereits geschehen).
  • Konzentration auf Zugänglichkeit und benutzerorientiertes Design bei der Entwicklung von Lösungen und Geräten.
  • Gewährleistung starker Datenschutz- und Sicherheitsstandards und, dass diese den Benutzern klar kommuniziert werden.

 

Darüber hinaus liegen einige Maßnahmen außerhalb des Rahmens von Gesundheitsorganisationen und Technologieanbietern. Politische Entscheidungsträger müssen auf Standardisierung drängen und die innovativen Bemühungen im Gesundheitswesen lenken.

Patienten werden oft von mehreren Anbietern versorgt und verwenden mehrere gesundheitsbezogene Wearables oder mobile Apps, was die Notwendigkeit der Dateninteroperabilität unterstreicht. Es gibt Top-Down-Initiativen, die darauf abzielen, die Interoperabilität zwischen Anbietern und im Fall der Europäischen Union zwischen den Mitgliedsländern sicherzustellen.

Zusammenfassung

Da die massive Zunahme der von Patienten generierten Gesundheitsdaten relativ neu ist, ist dies der perfekte Zeitpunkt für innovative Gesundheitsorganisationen, in Technologien zu investieren. Somit kann die Verwaltung und Nutzung von Daten unterstützt werden. Darüber hinaus sind die Patienten selbst zunehmend daran interessiert, die von ihnen generierten medizinischen Daten als Teil ihrer Behandlungspläne zu verwenden. Es besteht die einzigartige Gelegenheit, sich einen Wettbewerbsvorteil auf der Grundlage des intelligenten Einsatzes von Daten zu verschaffen.

Die COVID-19-Pandemie hat die Technologieakzeptanz in vielen Gesundheitseinrichtungen beschleunigt. Die meisten Kliniker mussten bereits aus der Ferne gesammelte Daten in ihre Arbeitsabläufe integrieren. Die Initiativen, die als Reaktion auf eine Krise ergriffen wurden zu nutzen und sie zu langfristigen, wertorientierten Lösungen weiterzuentwickeln, kann Teil einer erfolgreichen Strategie für das Gesundheitswesen sein.

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Rafał Imielski Rafał Imielski Content Marketing Specialist

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