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Wie Re-Commerce zu einem nachhaltigen Handel beiträgt

Technology

15 Februar 2022 - 6 Minuten lesen

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Rafał Imielski Rafał Imielski Content Marketing Specialist

Er konnte bereits zwei Jahre Erfahrung sammeln im Verfassen, Übersetzen und Korrekturlesen von Texten. Sein Ziel ist es Menschen dabei zu helfen präzise und verständlich zu kommunizieren.  

Rafał hat ein Archäologie-Studium absolviert und ist sowohl von prähistorischen als auch von modernen Technologien fasziniert. 

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Inhaltsverzeichnis

  1. Wie trägt Re-Commerce zur Nachhaltigkeit bei?
  2. Benachteiligung für den Einzelhandel?
  3. Wie wird Re-Commerce durch Technologie geprägt?
  4. Fazit

Die Auswirkungen des Trends zur Nachhaltigkeit sind in mehreren Branchen zu spüren, einschließlich im Einzelhandel. Da die Kunden immer umweltbewusster werden, müssen Marken nachziehen. Diese Verschiebung ist am deutlichsten bei jüngeren Generationen zu sehen – laut dem Bericht von Thredup aus dem Jahr 2021 sagen „45 % der Millennials und der Generation Z, dass sie nicht bei nicht nachhaltigen Einzelhändlern und Marken einkaufen werden“.

Wenn Sie diese Forderung ignorieren, laufen Sie Gefahr, Ihren Kundenstamm an Ihre Konkurrenten zu verlieren. Das traditionelle Geschäftsmodell basierend auf so viele Artikel wie möglich zu produzieren und zu verkaufen, wird die jüngere Generation von Verbrauchern nicht zufriedenstellen, daher sollten Sie als Einzelhändler wirklich anfangen, alle Ihre Optionen in Betracht zu ziehen. Das wachsende Bewusstsein der Kunden über Umweltauswirkungen ihrer Kaufentscheidungen, gepaart mit den jüngsten technologischen Fortschritten und den durch die Pandemie verursachten Veränderungen der Denkweise, hat einen perfekten Sturm für den Aufstieg des Re-Commerce ausgelöst. Obwohl es nur ein Teil der viel größeren Bewegung hin zu nachhaltigeren Praktiken im Einzelhandel ist, lohnt es sich definitiv, den Re-Commerce genauer zu betrachten.

Der Re-Commerce-Markt wächst schneller als die meisten anderen Handelszweige. Der oben erwähnte Bericht ergab, dass Second-Hand im Jahr 2012 nur 4 % des gesamten Modemarktes ausmachte. Bis 2020 war diese Zahl jedoch bereits auf 9 % gestiegen und es wird prognostiziert, dass sie bis 2030 18 % erreichen wird.

Wie trägt Re-Commerce zur Nachhaltigkeit bei?

Überproduktion und kurze Produktlebenszyklen sind einige der Hauptgründe für die negativen Auswirkungen des Einzelhandels auf die Umwelt. Während der Wiederverkauf für Lebensmitteleinzelhändler eine unwahrscheinliche Option ist, ist er für die Modebranche, die 10 % der weltweiten CO2-Emissionen verursacht, äußerst relevant. Die traurige Realität ist, dass wir daran gewöhnt sind, einwandfreie Kleidungsstücke wegzuwerfen. Die durchschnittliche Häufigkeit, mit der ein Kleidungsstück getragen wird, bevor es weggeworfen wird, ist in den letzten 15 Jahren drastisch zurückgegangen. Auch wenn die relativ schlechte Qualität von Fast Fashion und billiger Kleidung zu diesem Problem beitragen könnte, ist dies nicht das Hauptproblem, da auch die Kundenmentalität eine Rolle spielt.

Wenn ein Produkt im Laufe seines Lebenszyklus mehrere Besitzer hat, wird es wahrscheinlicher, dass es bis zu dem Punkt verwendet wird, an dem es abgenutzt ist. Dies kann in Verbindung mit Reparaturen und einem besseren Wissen darüber, wie man seine Kleidung pflegt, massive Auswirkungen haben. Hoffentlich führt dieser Trend dazu, dass insgesamt weniger Kleidung produziert wird. Dadurch sinkt die Zahl der Artikel, die deponiert oder verbrannt werden müssen und damit auch die Umweltbelastung durch die Modeindustrie. Natürlich endet der Lebenszyklus aller Kleidungsstücke irgendwann, aber dem kann mit recycelbaren Materialien und umweltbewusstem Design entgegnet werden.

Ein gebrauchtes Kleidungsstück online zu kaufen ist viel umweltfreundlicher als die Herstellung eines Neuen. Laut einer unabhängigen Studie, die Green Story über den Betrieb von Thredup durchgeführt hat, werden die CO2-Emissionen, der Energiebedarf und der Wasserverbrauch um etwa 84 %, 88 % bzw. 98 % reduziert. Da sich die Kunden immer mehr für dieses Thema interessieren, können es sich Einzelhändler einfach nicht leisten dies zu ignorieren. Der Wandel hin zur Nachhaltigkeit findet bereits statt. Die Frage ist nur: Wie reagieren Sie darauf?

Benachteiligung für den Einzelhandel?

Traditionell war der Verkauf von mehr Artikeln eine der häufigsten Möglichkeiten für Modehändler ihr Geschäft auszubauen. Aus diesem Grund mag es kontraintuitiv erscheinen, zum Wachstum des Second-Hand-Marktes beizutragen. Ein Geschäftsmodell, das auf einer endlosen Produktionssteigerung basiert, ist jedoch einfach nicht nachhaltig, sowohl für den Planeten als auch für die Erhaltung des Kundenstamms.

Die Ellen MacArthur Fundation ist der Ansicht, dass Modehändler Wege finden müssen, Einnahmen zu generieren, die keine Produktion neuer Artikel erfordern. Offensichtlich ist dies für die meisten Einzelhändler derzeit nicht möglich. Dennoch könnte es für Unternehmen eine gute Idee sein, verschiedene Bereiche wie Reparaturen und die Teilnahme an Second-Hand zu betrachten, um ihr Geschäft zu diversifizieren, zu einem stärker zirkulären Geschäftsmodell überzugehen und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Darüber hinaus schafft Re-Commerce eine gute Presse nicht nur in Bezug auf Umweltfreundlichkeit, sondern auch in Bezug auf die Qualität der produzierten Artikel. Auf die Frage nach den Beziehungen zu Luxusmarken sagte der CEO eines großen Recommerce-Players, Vestaire Collective, dass die Plattform diese Marken unterstützt, da ihre Produkte selbst nach mehreren Monaten weiterverkauft werden können. Wenn wir gebrauchte Kleidung und Accessoires kaufen möchten, ist das ein Beweis für ihre hervorragende Qualität und ihr zeitloses Design.

Gleichzeitig ist der Kauf eines gebrauchten Kleidungsstücks einfach günstiger, was eine ganz neue Zielgruppe erschließt. Re-Commerce ist vor allem bei High Fashion und Luxusgütern relevant und macht bestimmte Marken einem anderen Kundensegment zugänglich. Das bedeutet erstens, dass Second-Hand oft mit Fast Fashion konkurriert und nicht mit den Marken, deren Artikel er tatsächlich verkauft. Zweitens schafft es für diese Marken die Möglichkeit, eine neue Gruppe von Modebegeisterten zu erreichen und sie zu treuen Kunden zu machen.

Wie wird Re-Commerce durch Technologie geprägt?

Beim Eintritt in den Re-Commerce-Markt sind zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Dazu gehören die Authentifizierung verkaufter Waren, die wahrheitsgetreue Präsentation der Artikel, die Organisation einer effizienten Logistik und die Schaffung eines Benutzererlebnisses, das Kunden dazu ermutigt, Artikel auf Ihrer Plattform sowohl zu verkaufen als auch zu kaufen. Auch wenn die Technologie all diese Probleme nicht im Alleingang lösen kann, spielt sie doch eine entscheidende Rolle.

Radio Frequency Identification (RFID) und andere Identifikationstechnologien können Marken dabei helfen, ein bestimmtes Produkt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg zu verfolgen und über den Erstkauf hinaus an seinem Lebenszyklus teilzunehmen. Plattformen von Drittanbietern wie Vinted und Vestaire Collective sind nur eine Seite der Medaille. Immer mehr Marken versuchen eigene Recommerce-Plattformen für die von ihnen verkauften Produkte einzurichten. Eine effektive Identifizierung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass Käufer keine gefälschten Produkte kaufen.

Verschiedene Lagerverwaltungs- und Supply-Chain-Lösungen können Unternehmen im Re-Commerce-Bereich unterstützen. Während sich die Herausforderungen etwas von denen im traditionellen Einzelhandel unterscheiden, können eine strenge Kontrolle und eine gute Sichtbarkeit Ihrer Bestände noch entscheidender sein. Ein maßgeschneidertes oder angepasstes System kann helfen, die komplexe Logistik einer Recommerce-Plattform zu verwalten.

Anwendungen spielen eine große Rolle für den Erfolg der größten Recommerce-Händler. Schließlich wurde der Boom von C2C-Plattformen ausgelöst, gefolgt von markengetriebenen Initiativen von Unternehmen wie Levi’s und H&M. Levi's Second-Hand ermöglicht es seinen Kunden, ihre alten Levi's-Klamotten in ihren Geschäften gegen Geschenkkarten einzutauschen. Das Unternehmen frischt die Artikel dann professionell auf, macht Fotos davon und listet sie in einer speziellen Webanwendung für zukünftige Käufer auf.

In der Zwischenzeit investierte die H&M-Gruppe in ein Start-up namens Sellpy, welches Benutzern ermöglicht ihre gebrauchten Artikel in speziellen Taschen zu versenden und später einen Anteil am Verkaufspreis des Artikels zu erhalten. Das Unternehmen übernimmt den gesamten Prozess, der Sortierung, Preisgestaltung, Auflistung, Werbung, Zahlungen und Lieferung umfasst. Als Teil der H&M-Gruppe ist Sellpy nicht auf Marken beschränkt, sondern versucht sein Geschäft zu diversifizieren und in Nachhaltigkeit zu investieren.

Die Käufer und Verkäufer von gebrauchten Artikeln möchten in der Regel nicht zu viel Zeit für die Interaktion mit Recommerce-Anwendungen opfern. Ein Erlebnis zu schaffen, das für alle Teilnehmer sowohl bequem als auch sicher ist – das ist entscheidend für den Erfolg. Selbst wenn Sie eine Lösung für Ihre eigene etablierte Modemarke entwickeln, werden Sie um die gleichen Käufer kämpfen, welche die C2C-Plattformen nutzen. Sie brauchen auch eine Möglichkeit, die gebrauchten Kleidungsstücke zu beschaffen, zu authentifizieren und zu bewerten. Moderne Technologie kann all diese Bereiche unterstützen. Ohne eine gut gestaltete, benutzerfreundliche App werden Sie es schwer haben, mit der Konkurrenz mitzuhalten.

Fazit

Der Re-Commerce-Markt wächst rasant und wird noch lange eine wichtige Rolle spielen. Dieser Trend ist Teil eines breiteren Nachhaltigkeitsfokus, der in praktisch jeder Branche vorhanden ist. Neben der positiven Auswirkung auf die Umwelt, genießen die Kunden auch die Verfügbarkeit hochwertiger Produkte zu niedrigeren Preisen. Einzelhändler müssen einen Weg finden, wie sie diesem Markttrend begegnen, sei es durch den Aufbau eigener Plattformen oder die Zusammenarbeit mit bestehenden Anbietern.

Eine gut gestaltete App ist eine zentrale Säule jedes erfolgreichen Second-Hand-Anbieters. Es ist ein hart umkämpfter, kundenorientierter Markt, der ein einwandfreies Kundenerlebnis zu einer Notwendigkeit macht. Eine komfortable Anwendung zu schaffen, die Menschen auch nutzen wollen, ist einer der wichtigsten Faktoren für langfristigen Erfolg in diesem Bereich des Handels.

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